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Verlag Angelika Hörnig

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Woher bekommt man Eibenholz?

Das ist eine Frage, die sich schon so mancher mit mehr oder weniger Erfolg gestellt hat. Es wird jedenfalls nicht leicht werden, es sei denn, man kauft sich ein Stück bei einem der Bogenbauer, die Eibenbögen herstellen. Billig wird das aber nicht. Ansonsten: Grünflächenamt, Förster, etc. fragen, vielleicht fällt da mal ein Stück an, oder die Nachbarn lichten ihren Garten aus. Das passende Auto oder Anhänger, Kettensäge etc. sind da dann aber meistens Voraussetzung.

Eibenholz ist nicht das Holz erster Wahl, schon gar nicht für Bogenbauanfänger. Denn es ist nicht einfach zu einem guten Bogen zu verarbeiten, da braucht es schon etwas Erfahrung. Besser mit anderem Holz anfangen, denn erstens ist an Eibenholz nur schwer, an gutes (!) fast gar nicht heran zu kommen. Und zweitens sind andere Holzarten oft einfacher zu bearbeiten und ergeben ebenfalls erstklassige Bogen. Eibenholz reagiert relativ empfindlich auf Temperaturschwankungen und geht auch gerne mal ganz unerwartet zu Bruch, andere Holzarten sind oft sicherer und dauerhafter. Meine Buchempfehlung dazu: Der gebogene Stock.

Eibenholz ist giftig, manche Bogenbauer bekommen davon Ausschlag oder Atemprobleme.

Die Eibe ist eine seltene und geschützte Pflanze, wilder Einschlag also in jedem Fall illegal. Siehe dazu unseren Artikel „Lieber ohne Säge in den Wald“ in der Ausgabe 30 von Traditionell Bogenschießen.

Außerdem empfehle ich den Artikel „Es muss nicht immer Eibe sein“ in der Ausgabe 11. Bei weitergehendem Interesse: Bericht über eine Reise zu den Rieseneiben im Kaukasus in Heft 19 und einen sehr interessanten Artikel über Eibenholzmonopole und Langbogenexport im 16. Jh. in Heft 26. Zum Anbau von Eibe die Leserbriefe in den Nummern 10 und 11. Und zum Bau von Englischen Langbogen gibt es an Literatur nichts Besseres als den Beitrag von Ulli Stehli im Bogenbauerbuch.

VA