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Verlag Angelika Hörnig

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Gilt der Bogen eigentlich als Waffe?

Waffen sind nach der Bestimmung des Waffengesetztes "Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände" oder "tragbare Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen." Mit der Neufassung des WaffG gilt die Armbrust jetzt als ein der Schusswaffe gleichgestellter Gegenstand, weil sie in geladenem und schussbereitem Zustand getragen werden kann.

Der Bogen gilt im Sinne des Gesetzes nicht als Waffe, sondern ist noch immer ein gewöhnliches Sportgerät und unterliegt somit auch keinerlei Einschränkungen. Also gibt es z.B. keine Vorschriften hinsichtlich des Alters, ab dem ein Bogen geführt werden darf, oder hinsichtlich der Aufbewahrung und des Transports, wie es bei Waffen der Fall ist. Auch eine Ausweispflicht gibt es darum für den Bogen nicht. Das bleibt hoffentlich auch so, solange keiner damit Unfug treibt!

Der Bogen darf also grundsätzlich jederzeit und überall von jedem erworben und getragen werden. Bei irgendwelchen Veranstaltungen oder in die Stammkneipe würde ich den Bogen aber nicht mitnehmen, da darf der Veranstalter bzw. Wirt per Hausrecht etwas dagegen haben. Wer seinen Bogen entspannt und Pfeil und Bogen in einer Schutzhülle verstaut hat, dürfte meiner Erfahrung nach damit keine Schwierigkeiten bekommen.

Lediglich beim Bogenschießen gibt es Einschränkungen, die dem gesunden Menschenverstand völlig selbstverständlich sein sollten, nämlich der, dass wie bei allem anderen auch eine Gefährdung anderer Personen natürlich ausgeschlossen sein muss. Wer im eigenen Garten mit Pfeil und Bogen schießen will, muss also auf absolute Sicherheit achten, d. h. ein zuverlässiger Pfeilfang ist unbedingte Vorraussetzung. Wer auf Nachbars Wiese oder dem Stoppelacker des örtlichen Bauern üben will, sollte natürlich vorher den Grundbesitzer um Erlaubnis bitten. Und hält seitlich und hinter dem Ziel so viel Sicherheitsabstand, dass nicht unerwartet Fußgänger hinter der Scheibe auftauchen können. Dem Tier- und Naturschutz sollte man bei solchem Freizeitvergnügen dann natürlich ebenfalls Rechnung tragen. Falls die Polizei auftaucht, kann man also darauf verweisen, dass der Bogen keine Waffe, sondern ein Sportgerät ist, hat aber deswegen noch nicht das Recht, diesen Sport uneingeschränkt auszuüben. Wenn dem Polizisten das immer noch zu gefährlich erscheint, darf er euch das Bogenschießen dort verbieten.

Besser also geht man dafür in den nächsten Verein, da ist erstens mehr Platz als im eigenen Garten, zweitens wird dort auf Sicherheit geachtet, drittens bekommt man da alle hilfreichen Informationen rund um den geliebten Sport, und viertens macht es gemeinsam sowieso mehr Spaß. Siehe dazu unsere Vereinsdatenbank unter dem Stichwort Kontakt.